FileSystemTABelleDie Datei /etc/fstab beschreibt pro Zeile ein Dateisystem in folgender Form:
Gerätedatei oder Netzbezeichnung, Mountpunkt, Dateisystem, Optionen, Überprüfung des Dateisystems, Dump.
Diese Angaben dienen als Quelle für Optionen beim Aufruf des mount-Befehls in verschiedenen Situationen:
So werden beim Systemstart während des Bootvorganges die Dateisysteme jener Zeilen mit "auto" bzw. "defaults" in der Optionenspalte automatisch eingehägt.
Soll ein noch nicht gemountetes Dateisystem, für welches ein Eintrag in /etc/fstab besteht eingehängt werden, kann der Mount-Befehl verkürzt werden wenn der Mountpunkt in dieser Datei aufgeführt ist. Statt also ein Verzeichnis von einem Windowsrechner mit der langen und fehlerträtigen Befehlszeile mount -t smbfs -o username=rainer,password=geheim //scenic4/rainer /homelocal/rainer einzuhängen, reicht ein schlichtes mount /homelocal/rainer aus. Übrigends: Alles ist eine Datei! Wie man sieht können auch Netzwerkverbindungen oder Dateien so ins Dateisystem eingehängt werden.Bei neueren Suseversion siehe auch nfs und smbfs (->Auslagerung der mountfunktion)
Sofern in der Optionenspalte ein "user" oder "users" angegeben ist, kann auch ein normaler Benutzer auf diese verkürzte Weise den mount-Befehl nutzen. Dessen Ausführung ist ja sonst nur dem Benutzer root vorbehalten.
| /dev/hda9 | / | ext3 | defaults | 1 1 |
| /dev/hda5 | /boot | ext3 | defaults | 1 2 |
| /dev/hda11 | /homelocal | ext3 | defaults | 1 2 |
| /dev/hda1 | /windows/C | vfat | users,gid=users,umask=0002,iocharset= iso8859-15,code=437 | 0 0 |
| /dev/hda7 | swap | swap | pri=42 | 0 0 |
| devpts | /dev/pts | devpts | mode=0620,gid=5 | 0 0 |
| proc | /proc | proc | defaults | 0 0 |
| usbdevfs | /proc/bus/usb | usbdevfs | noauto | 0 0 |
| /dev/cdrom | /media/cdrom | auto | ro,noauto,user,exec | 0 0 |
| /dev/fd0 | /media/floppy | auto | noauto,user,sync | 0 0 |
| /dev/sda1 | /media/sda1 | auto | noauto,user,exec | 0 0 |
| /dev/mem0c0b | /media/memcard | auto | noauto,user,exec | 0 0 |
| //scenic4/rainer | /homelocal/rainer | smbfs | noauto,username=rainer,password=geheim, user,exec | 0 0 |
| #WAS | WOHIN | TYP | OPTIONEN | 0 0 |
Als Gerätedatei wird (wie beim entsprechenden Mountbefehl) die dem Gerät entsprechende Gerätedatei im Verzeichnis /dev angegeben. Zum Beispiel /dev/hdc4 für die vierte Partition (4) auf der dritten (c) Festplatte am IDE-Controller (hd). Als Dateisystem wird der Typ angegeben mit dem diese Partition formatiert wurde. So z.b. ext3, ntfs, vfat oder xfs.
Als Gerätedatei wird die im Filesystem vorhandene Datei und als Dateisystem der
Typ mit dem diese Datei strukturiert ist angegeben. Als Option ist in diesem Fall noch -o loop
mitanzugeben.
Im nachfolgendem Beispiel wird eine mit Nullen gefüllte Datei in Diskettengröße(2880 x 512 Bytes) erzeugt, mit der Struktur eines
ext2-Dateisystems versehen und und anschließend im Dateisystem an das Verzeichnis
/mnt eingehängt.
Beispiel:
Eine 1024 Kilobyte große Datei erzeugen...
dd if=/dev/zero of=/home/testuser/Datei count=2880
Diese Datei mit dem Dateisystem e2fs versehen...
mke2fs /home/testuser/Datei
..und dieses Dateisystem einhängen...
mount -t ext2 -o loop /home/testuser/Datei /mnt
Als Gerätedatei wird Rechnername:Verzeichnis und als Dateisystem der Typ nfs angegeben. Unter Optionen können Optionen wie beim Mountbefehl für das nfs angegeben werden*1. Bei äteren Versionen von Linux werden diese Dateisysteme bei Starten automatisch gemountet, sofern auto oder default gesetzt ist. Bei neueren Versionen ist hierfür der Dämon nfsd zuständig.
Als Gerätdatei wird //Rechnername/sharename (wie beim entsprechenden Mountbefehl) und als Dateisystem der Typ smbfs angegeben. Unter Optionen können Optionen wie beim Mountbefehl angegeben werden. Da im Gegensatz zu NFS die Freigabe eines Shares fast immer von einer Authentifizierung abhängt, kann man die Angaben zu Name und Passwort in der Optionenspalte ablegen (siehe obige Beispieldatei). Sinnvoll ist dies allerdings nicht, da /etc/fstab fü;r alle Benutzer lesbar sein muss. Daher sollten diese Angaben in einer sogenannten credentials-Datei*2 mit entsprechend eingeschränkten Rechten vermerkt sein. In der fstab-Datei wird dann unter Optionen nur ein entsprechender Verweis aufgenommen.
Hierfür ist das "AutoFileSystem" zuständig. Siehe dort.
Dateisysteme die über die Hotplugfunktion (z.B. Digitalkameras, Speicherstifte etc.) eingebunden werden, trägt das System selbst in die fstab ein und entfernt diese Einträge auch automatisch wieder.�nderung: Mit Versionen von SuseLinux 9.3 und später wurden für Hotplug andere Mechanismen eingeführt.
*1
Sowohl die für alle Dateisysteme geltenden Optionen als auch die speziellen Optionen für einzelne Dateisystemtypen können der Manual-Page zum Befehl
*1
Beispiel credentials